Was hinter deinem Bauchdruck steckt und warum die Ursache nicht immer Verdauung ist
Viele Menschen kommen mit einem ähnlichen Gefühl in die Praxis: „Mein Unterbauch fühlt sich ständig gespannt an, aber der Arzt sagt, es sei nichts.“
Ob als Blähbauch, Völlegefühl, Krampf oder unspezifischer Druck beschrieben – häufig steckt keine organische Darmerkrankung dahinter, stattdessen liegt eine funktionelle Spannung vor. Diese entsteht oft tiefer im Körper, zum Beispiel in Faszien, Organen oder in der Atmung.
Was ist eigentlich ein verspannter Bauch?
Ein verspannter Bauch fühlt sich häufig so an:
- hart, druckempfindlich oder leicht aufgewölbt
- tief innen angespannt, manchmal ohne klare Schmerzen
- wie „abgetrennt“ vom restlichen Körper oder vom Becken
- schwer beim Atmen, Sitzen oder Bewegen
Viele Betroffene empfinden ein diffuses Unwohlsein, obwohl medizinische Abklärungen unauffällig sind. Das bedeutet nicht, dass nichts da ist. Der Körper zeigt Spannung auch dann, wenn sie nicht sofort messbar ist.
Mögliche Ursachen – jenseits von Ernährung und Darm
Ein verspannter Unterbauch hat oft mehrere Auslöser, die zusammenspielen:
- faszialer Zug im Bauchraum, z. B. nach Operationen, Entzündungen oder Schwangerschaft
- Verklebungen zwischen Organen und Bauchwand
- Narbengewebe, das auch innerlich Spannung erzeugen kann
- Stress und flache Atmung, bei der sich das Zwerchfell dauerhaft zusammenzieht
- veränderter Druck im Beckenboden oder in der Körperhaltung
Diese Faktoren führen dazu, dass der Bauch nicht mehr frei mitatmet und statt weich und beweglich zu sein, wirkt er starr. Die Spannung kann sich auf Rücken, Zwerchfell und Beckenboden übertragen.
Was kann Physiotherapie bei einem verspannten Bauch tun?
In der physiotherapeutischen Behandlung steht die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Elastizität im Vordergrund. Ziel ist es, Spannung zu regulieren und das Körpergefühl im Bauchraum zu verbessern.
Typische Ansätze sind
- sanfte manuelle Mobilisation der Bauchfaszien und inneren Strukturen
- Behandlung von Narben und inneren Verklebungen
- Zwerchfellmobilisation und Atemschulung
- Entlastung von Beckenboden und Haltung
- bewusste Wahrnehmung und Integration des Bauchraums
Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie wieder tiefer atmen können, sich leichter bewegen und den Bauch nicht mehr als dauerhafte Problemzone erleben.
Fazit
Ein verspannter Bauch ist kein eingebildetes Problem. Er ist Ausdruck innerer Spannung und eines gestörten Zusammenspiels von Atmung, Gewebe und Haltung. Eine gezielte, sanfte physiotherapeutische Begleitung kann helfen, Beweglichkeit zurückzugewinnen und den Bauch wieder als Teil eines ausgeglichenen Körpers zu erleben.
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